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Femundløpet 2011 – Teil 2 – 1000 Hunde in einer kleinen Stadt in Norwegen – Der Start des Rennens

Femundløpet 2011 – Teil 2 –  Frühstart

Nachdem wir uns angemeldet haben, treffen wir Frank und Mireille, einen ehemaligen Doghandler von Ben und seine Freundin. Sie laden uns ein, die Nacht in ihrer gemieteten Hütte unweit der Stadt zu verbringen. Das Angebot nehmen wir natürlich an. Nach der Eröffnungszeremonie machen wir uns also auf den Weg zu ihnen. Versteckt im Wald liegt das kleine Haus. Wir holen alle Hunde aus dem Dodge und verteilen Fleisch und Trockenfutter. Ob die Vierbeiner schon merken, was ab morgen auf sie zukommt? Heute Abend haben sie jedenfalls keinen Appetit, fast alle verschmähen das Futter. Also geht es für sie zurück in die Boxen, ein letztes Mal im gemütlichen Bettchen schlafen. Wir essen auch noch schnell ein paar Scheiben Brot und legen uns dann schlafen.

Als ich am nächsten Morgen die Hütte verlasse um zu den Hunden zu gehen, wundere ich mich warum auf einmal soviel Schnee vor der Tür liegt. Hier konnte man doch gestern noch ganz normal durchgehen. Über Nacht gab es mehr als zwanzig Zentimeter Neuschnee. Lautlos rieseln noch immer die Flocken vom Himmel. Es ist noch dunkel, als wir die Hunde erneut aus dem Auto holen. Die Wassernäpfe die ich über Nacht draußen stehen gelassen hatte, sind jetzt nur noch nach einiger Schaufelarbeit wiederzufinden.
Nach einem gemütlichen Frühstück verabschieden wir uns von unseren freundlichen Gastgebern und verlassen die verschneite Hütte in Richtung Startbereich. In ein paar Stunden werden 12 Happy Dogs an der Startlinie stehen, voller Adrenalin. Sie werden schreien, springen und ziehen als wäre dies der Moment, auf den sie ihr ganzes Leben gewartet haben. Mit der Gewissheit, dass sie nichts daran hindern kann, den Schlitten aus der Stadt heraus über Berge und Flüsse, durch Wälder und Täler zu ziehen, wartet jeder einzelne nur darauf, dass es endlich los geht.

Der Parkplatz auf dem wir die Stunden bis zum Start verbringen werden erweist sich als sehr geräumig. Im Gegensatz zu den meisten Teams haben wir die Möglichkeit die Hunde an die lange Stakeoutkette zu legen.

Um 13.19 fällt für unser Team der Startschuss, bis dahin bleibt nur noch den Schlitten fertig zu packen.
Das erledigt Ben alleine. Es ist ein trüber Tag, immer wieder fällt ein wenig Schnee. Die Temperatur liegt nur knapp unter dem Gefrierpunkt. Die Zeit vergeht schneller als erwartet. Es wird immer lauter, denn die ersten Teams sind bereits gestartet. Langsam ziehen wir den Hunden die Geschirre an. Lalaby und Stormy, Yukon und Smilla kommen zurück in den Dodge. Jetzt wird es ernst. Der Schlitten steht bereit, das Zugseil ist ausgelegt und wir fangen an einzuspannen. Vorne laufen Pauline und Joop, dahinter Eki und Akira. Dann die beiden geliehenen Hunde Bosse und Lucifer. Piki läuft neben Whity und hinter ihnen Eddy neben Gipsy. Ganz hinten sind Inuk und Yuna. Ich stehe vorne bei Joop und halte sie am Halsband. Die kleine schwarzweiße Huskyhündin ist wie immer komplett außer sich und springt und beißt als gäbe es keinen Morgen mehr. Pauline, die Leithündin ist von dem kindischen Verhalten total genervt. Eki, dahinter, zieht die beiden alle paar Sekunden am Zugseil zurück. Ich schreie sie an, aber alle Laute gehen in dem ohrenbetäubenden Lärm unter.
Noch warten fünf Teams vor uns. Sekunden werden jetzt zu Minuten. Detlef versucht Eddy davon abzuhalten, Gipsy anzuspringen, aussichtslos. Die Hunde sind nicht zu bändigen, hoffentlich geht es bald los. Endlich sind wir an der Reihe. Die versprochenen starken Helfer entpuppen sich als Schulkinder. Egal, es sind nur zweihundert Meter bis zur Startlinie. Ich hake eine Leine unter Paulines Geschirr und warte, dass der Schlitten angleitet. Und schon ist es soweit. Wir laufen zur Startlinie, über den Parkplatz, über die Straße, durch die Innenstadt. Fast muss ich einen Passanten beiseite drängen, der mitten im Weg steht. Dann sind wir da. Noch zwei Teams stehen vor uns, also noch zwei Minuten warten. Plötzlich laufen Eki und Akira an mir und Pauline vorbei. Und auch Luci nähert sich. Aber direkt vor uns steht noch ein Schlitten, sieht Ben das denn nicht?
Doch tut er, aber sein Ankerseil ist gerissen. Nichts scheint ihn mehr zu halten, als mehrere Zuschauer blitzschnell zu uns eilen um die Hunde zu halten. Die Nummer 78 fährt los, jetzt sind wir an der Reihe.
Der Schlitten fährt genau bis zur Startlinie vor. Noch 30 Sekunden. Ich löse die Leine und gehe einen Meter zurück. Noch zehn Sekunden. Die Hunde werfen sich in die Geschirre, die Seile sind zum Bersten gespannt. Noch 5 Sekunden. Der Schlitten scheint zu zerbrechen. Dann der Startschuss. Die Bremse löst sich. Die Hunde sind augenblicklich still und rennen los.
Erst am Abend werden Detlef und ich die 12 und Ben in Tufsingdalen wiedersehen. Als wir vor ein paar Tagen dort waren konnte man keine 5 Meter weit gucken. Ein Schneesturm tobte über das Tal. Hoffentlich würde uns das heute erspart bleiben.

 

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